Erkenntnisgewinn — Take aways
- Das Selbst ist mehr als unsere Rollen. Vater, Mutter, Berufsmensch, Suchende — bin ich diese Rollen oder die Instanz, die sie wahrnimmt?
- Der innere Beobachter schafft Abstand. Achtsamkeit lässt erfahrbar werden, dass Gedanken und Gefühle wahrgenommen werden können — dadurch entsteht Raum zwischen Reiz und Reaktion.
- Das „höhere Selbst“ ist eine Perspektive. Nicht als feste Wahrheit, sondern als Bild für eine bewusstere Ebene: ruhiger, weiter, weniger verstrickt.
- Innere Ruhe entsteht durch Bewusstheit. Wer merkt, dass viele Reaktionen aus alten Mustern kommen, gewinnt Wahlfreiheit. Nicht jeder Impuls muss sofort zur Handlung werden.
- Selbsterkenntnis führt zu mehr Grosszügigkeit. Je besser wir eigene Gefühle, Schwächen und Muster sehen, desto verständnisvoller können wir auch anderen begegnen.
Kontext im BRIDGE
Being richtet den Blick auf die innere Haltung: Wer bin ich, wenn ich nicht nur funktioniere? Was bleibt, wenn ich meine Rollen, Erwartungen und Gewohnheiten beobachte, statt mich vollständig mit ihnen zu identifizieren?
Genau hier setzt der Podcast an. Das „höhere Selbst“ wird nicht als esoterische Antwort verkauft, sondern als Erfahrungsraum beschrieben: als innere Perspektive, aus der Menschen klarer wahrnehmen, ruhiger reagieren und bewusster gestalten können. Im BRIDGE wird Being damit zum Entwicklungsraum für Präsenz, Selbstkontakt, innere Ruhe und bewusste Selbstführung.
Im Fokus — Der Podcast
Der Podcast beginnt mit einer einfachen, aber grossen Frage: Wer bin ich? Nicht als biografische Auskunft, sondern als existenzielle Suche. Der Erzähler beschreibt sich als Vater, Sohn, Freund, Liebender und Radioautor — und merkt zugleich: All das sind Beschreibungen. Sie sagen etwas über sein Leben, aber nicht zwingend über sein eigentliches Wesen.
Von dort führt der Podcast in die Erfahrung des Beobachtens. Wenn ich denke, kann ich zugleich wahrnehmen, dass ich denke. Wenn ich fühle, kann ich bemerken, dass ich fühle. Genau darin öffnet sich ein innerer Raum: Es gibt Gedanken, Gefühle und Rollen — und es gibt eine Wahrnehmung davon.
In den Gesprächen taucht dafür der Begriff des „höheren Selbst“ auf. Er wird sehr unterschiedlich gefüllt: durch Vedanta, Yoga, Anthroposophie, Buddhismus, Meditation oder persönliche Erfahrung. Gemeinsam ist den Stimmen, dass sie von einer Ebene sprechen, die mehr Ruhe, Klarheit und Vertrauen ermöglicht.
Besonders stark ist das Bild der Rollen. Auf einem Familienfest können wir gleichzeitig Kind, Elternteil, Partnerin, Freund oder Schwester sein. Jede Rolle bringt Erwartungen mit. Doch wenn wir erkennen, dass wir Rollen haben, aber nicht vollständig diese Rollen sind, entsteht Spielraum. Wir können bewusster entscheiden, wie wir sie leben wollen.
Impulse zur Selbstreflexion
Bezug zu deiner Midlife Journey
Wann erlebe ich diese Pause zwischen Reiz und Reaktion — und wann nicht?
Notiere eine Situation aus dieser Woche, in der du automatisch reagiert hast (genervt, gerechtfertigt, defensiv). Und eine, in der dir eine kleine innere Pause gelungen ist. Was hat den Unterschied gemacht — Atem, Müdigkeit, jemand anderes im Raum, eine andere innere Haltung?
Welche meiner Rollen halte ich aktuell besonders fest — und warum?
Welche Rolle definiert dich aktuell stark (Mutter, Berufsperson, Partnerin, Tochter)? Was wäre, wenn du diese Rolle ein klein wenig lockerer halten könntest — als etwas, das du bewusst lebst, statt etwas, das du bist?
Umsetzungspower — Vom Wissen ins Wirken
🪞Beobachter-Minute
Plane einmal pro Tag eine Minute, in der du dich nicht beobachtet, sondern beobachtest: Was denkt es gerade? Was fühlt es? Du bist nicht der Inhalt — du bist der Raum darum.
🧘Rollen-Inventar
Schreibe deine wichtigsten Rollen auf. Setze hinter jede ein Wort: „bin ich“ oder „spiele ich“. Nimm das, was sich nicht ganz richtig anfühlt, und sprich es laut aus: „Ich habe diese Rolle, aber ich bin sie nicht.“