Orientierung & Wissen

Midlife Health

Midlife Health ist einer der drei Pfeiler des Shift Labs und gehört zur Phase 02 «Wachsen». Im Mittelpunkt stehen die körperlichen und hormonellen Veränderungen der Lebensmitte und die Frage, wie sie bewusst verstanden und gestaltet werden können.

Die Wechseljahre sind mehr als ein körperlicher Prozess. Sie können auch eine Zeit des Aufbruchs, des Loslassens und der Neuausrichtung sein. Hier findest du kuratierte Empfehlungen, fundiertes Wissen und aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung, die dich in dieser Entwicklungsphase unterstützen.

Beschwerdendurch hormonelleUmstellungAllgemeineAlters-erscheinungenSich änderndeLebens-umständeWechsel-jahres-symptome

Den Übergang verstehen

Prämenopause

Vor dem Wandel

Die frühe Phase hormoneller Veränderung. Zyklen noch weitgehend regelmässig — erste subtile Verschiebungen kündigen sich an.

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Die Prämenopause bezeichnet die Lebensphase vor der (Peri)Menopause. In dieser Zeit haben Frauen meist noch einen regelmässigen oder weitgehend regelmässigen Zyklus. Auch Eisprünge finden in der Regel weiterhin statt, und eine Schwangerschaft ist grundsätzlich noch möglich.

Gleichzeitig beginnt sich die Aktivität der Eierstöcke langsam zu verändern. Diese Phase ist keine Krankheit, sondern Teil des natürlichen weiblichen Alterungsprozesses. Dennoch kann sie erste körperliche und emotionale Veränderungen mit sich bringen, die oft noch nicht eindeutig mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden.

Was passiert im Körper?

Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Eibläschen in den Eierstöcken ab. Dieser Prozess beginnt nicht erst kurz vor der Menopause, sondern entwickelt sich über viele Jahre. Studien zeigen, dass die ovarielle Reserve bereits ab dem frühen Erwachsenenalter kontinuierlich abnimmt. Bei Frauen über 30 Jahren ist nur noch ein kleiner Teil der ursprünglichen Eizellreserve vorhanden, bei Frauen über 40 Jahren nochmals deutlich weniger.¹

Dadurch verändert sich nach und nach das Zusammenspiel der Hormone. In der Prämenopause sinkt Östrogen nicht einfach gleichmässig ab. Vielmehr kann der Hormonhaushalt schwankender werden. Mit zunehmendem Alter reifen nicht nur weniger Follikel heran, auch ihre Qualität verändert sich. Dadurch kann es häufiger vorkommen, dass ein Eisprung ausbleibt — sogenannte anovulatorische Zyklen. Wenn kein Eisprung stattfindet, entsteht auch kein Gelbkörper und damit wird weniger Progesteron gebildet.

Viele Frauen spüren deshalb erste Veränderungen, obwohl der Zyklus nach aussen noch relativ regelmässig wirkt.

Mögliche Anzeichen

Typisch für die Prämenopause sind Beschwerden, die häufig auch aus dem prämenstruellen Syndrom (PMS) bekannt sind:

  • Stimmungsschwankungen
  • Gereiztheit
  • Innere Unruhe oder Ängstlichkeit
  • Verstärkung oder Verlängerung des prämenstruellen Syndroms

Viele Frauen bemerken diese Veränderungen zunächst vor allem in der zweiten Zyklushälfte. Die Beschwerden können hormonell mitbeeinflusst sein, müssen aber nicht ausschliesslich hormonelle Ursachen haben. Auch Stress, Schlafmangel, Schilddrüsenveränderungen, Eisenmangel oder andere Faktoren können ähnliche Symptome auslösen.

¹ Kawamura K, Kelsey T, Hiraike O. Ovarian Ageing: Pathophysiology and Recent Development of Maintaining Ovarian Reserve. Front Endocrinol (Lausanne). 2020.

Perimenopause

Beginn des Wandels

Die Übergangsphase rund um die Menopause. Dauer: 2–12 Jahre, oft ab Mitte 40.

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Die Perimenopause bezeichnet die Übergangsphase rund um die Menopause. «Peri» stammt aus dem Griechischen und bedeutet «um etwas herum». Gemeint ist die Zeit, in der sich der Körper zunehmend auf die Menopause einstellt.

In dieser Phase schreitet der Alterungsprozess der Eierstöcke weiter voran. Die Eizellreserve nimmt ab, Eisprünge finden nicht mehr in jedem Zyklus statt, und die Hormonproduktion wird unregelmässiger. Häufig zeigen sich erste deutliche Veränderungen im Zyklus: Menstruationen können früher oder später kommen, stärker oder schwächer ausfallen oder über mehrere Wochen bis Monate ausbleiben.

Die Menopause selbst bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Menstruation. Sie kann erst rückblickend festgestellt werden, wenn während zwölf Monaten keine Blutung mehr aufgetreten ist.

Was passiert im Körper?

Typisch für diese Phase ist nicht einfach ein langsamer, gleichmässiger Hormonabfall. Vielmehr kann der Hormonhaushalt stark schwanken. Östrogen kann zeitweise noch hoch sein, in anderen Phasen aber deutlich absinken. Gleichzeitig wird Progesteron oft weniger zuverlässig gebildet, weil Eisprünge häufiger ausbleiben.

Wenn kein Eisprung stattfindet, entsteht kein Gelbkörper. Dadurch wird weniger Progesteron produziert. Später, wenn kaum noch Follikel heranreifen, nimmt auch die Östrogenbildung deutlich ab. Dieser stärkere Östrogenabfall kann Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schlafstörungen oder Scheidentrockenheit begünstigen.

Viele Frauen erleben die Perimenopause als eine Phase der Unberechenbarkeit. Der Körper folgt nicht mehr dem bisherigen Rhythmus. Beschwerden können kommen und gehen, sich verstärken oder plötzlich wieder nachlassen.

Mögliche Anzeichen

  • Zyklusveränderungen: kürzere oder längere Zyklen, Zwischenblutungen, stärkere oder schwächere Blutungen
  • Hitzewallungen und Nachtschweiss: plötzliche Wärmegefühle, Schwitzen und Schlafunterbrechungen
  • Schlafstörungen und Fatigue: Erschöpfung trotz ausreichender Schlafzeit
  • Stimmungsschwankungen, Angst und depressive Verstimmungen
  • Kognitive Veränderungen: Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit oder Brain Fog
  • Sexuelle Veränderungen: Libidoverlust, Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Sex
  • Körperliche Veränderungen: Gewichtszunahme im Bauchbereich, Haut- und Haarveränderungen, Gelenkschmerzen
Menopause

Der Wendepunkt

Rückblickend benannt: 12 Monate ohne Menstruation. Ø Alter 51 Jahre. Ein Moment — keine Krankheit.

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Die Menopause bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Menstruation. Sie ist kein langer Zeitraum, sondern ein einziger rückblickend bestimmter Moment.

Die Menopause kann erst festgestellt werden, wenn während zwölf aufeinanderfolgenden Monaten keine Blutung mehr aufgetreten ist. Erst dann gilt die letzte Blutung rückblickend als die Menopause.

Das durchschnittliche Alter bei der Menopause liegt bei etwa 51 Jahren. Sie ist kein Zeichen von Krankheit, sondern Teil des natürlichen weiblichen Lebenszyklus. Die Phase davor — die Perimenopause — kann sich über Jahre erstrecken. Die Phase danach ist die Postmenopause.

Postmenopause

Neuland

Die Phase nach der Menopause. Beschwerden beruhigen sich — der Körper stellt sich dauerhaft auf tiefere Hormonspiegel ein.

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Die Postmenopause bezeichnet die Lebensphase nach der Menopause. Sie beginnt, wenn die letzte Menstruation mindestens zwölf Monate zurückliegt.

Viele Frauen erleben nach einigen Jahren der Perimenopause eine deutliche Beruhigung der Beschwerden. Hitzewallungen nehmen ab, die Nächte werden wieder ruhiger, und der Alltag fühlt sich stabiler an. Oft entsteht das Gefühl: «Ich bin durch.»

Tatsächlich endet mit dieser Beruhigung die hormonelle Veränderung aber nicht. Die Hormonspiegel steigen nicht wieder auf das frühere Niveau an. Vielmehr stellt sich der Körper auf ein dauerhaft tieferes hormonelles Niveau ein.

Was passiert im Körper?

In der Postmenopause nimmt die Aktivität der Eierstöcke weiter ab. Sie bilden nur noch sehr geringe Mengen an Östrogen und Progesteron. Auch andere steroidale Hormone, darunter Androgene wie Testosteron, können weiter zurückgehen.

Dass typische Beschwerden wie Hitzewallungen mit der Zeit abnehmen, bedeutet nicht, dass die Hormone wieder «normal» sind. Vielmehr ist dies eine wichtige Anpassungsleistung des Körpers — er gewöhnt sich schrittweise an die tieferen Hormonspiegel. Im Vergleich zur Perimenopause sind die starken hormonellen Schwankungen meist geringer. Dafür wirkt der längerfristige Hormonmangel stärker auf verschiedene Gewebe: Schleimhäute, Haut, Knochen, Muskeln, Blase, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System.

Mögliche Anzeichen

  • Schleimhautveränderungen: Scheidentrockenheit, Brennen, Juckreiz oder Schmerzen beim Sex
  • Blasenbeschwerden: häufiger Harndrang, Reizblase oder wiederkehrende Harnwegsbeschwerden
  • Sexuelle Veränderungen: Libidoveränderungen, weniger Feuchtigkeit
  • Körperliche Veränderungen: veränderte Körperzusammensetzung, mehr Bauchfett, Haut- und Haarveränderungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen: Steifigkeit, Schmerzen oder veränderte Belastbarkeit
  • Knochengesundheit: zunehmendes Risiko für den Verlust von Knochendichte
  • Schlaf und Energie: Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit oder geringere Belastbarkeit
  • Stimmung und Konzentration: innere Unruhe, Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsprobleme

Manchmal berichten Frauen auch Jahre nach der Menopause erneut von Beschwerden, die an Wechseljahresbeschwerden erinnern. Solche Veränderungen sollten ernst genommen und differenziert angeschaut werden.

Forschung

Aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft

Neue Studien zeigen: «Brain fog» in den Wechseljahren ist real und neurobiologisch erklärbar — aber meist temporär. Was die Forschung jetzt weiss und was das für deinen Alltag bedeutet.

Schlafstörungen betreffen bis zu 60% der Frauen in der Perimenopause. Aktuelle Studien belegen die Wirksamkeit von CBT-I, Melatonin und gezieltem Bewegungstraining.

Längsschnittstudien zeigen: Viele Frauen erleben nach der Menopause mehr emotionale Stabilität, klarere Prioritäten und ein gesteigertes Selbstwirksamkeitsgefühl.

Die grosse WHI-Studie von 2002 hat Hormontherapie in Verruf gebracht. Neue Analysen revidieren das Bild — besonders für Frauen unter 60.

Soja, Leinsamen, Rotklee — pflanzliche Östrogenquellen sind beliebt. Aktuelle Metastudien zeigen differenzierte Ergebnisse je nach individuellem Darmmikrobiom.

Mit sinkenden Östrogen- und Testosteronspiegeln verliert man Muskelmasse schneller. Studien zeigen: gezieltes Krafttraining wirkt dem entgegen und schützt Knochen.

Empfehlungen

Bücher, Podcasts & Ressourcen

BuchE

Woman on Fire

Dr. Sheila de Liz · 2021

Alles über die fabelhaften Wechseljahre — offen, medizinisch fundiert und mit ansteckender Energie. Dr. Sheila de Liz erklärt Hormone, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten und zeigt, warum diese Lebensphase kein Abstieg, sondern ein Aufbruch sein kann. Ein Rundumschlag gegen Mythen — für mehr Wissen, Selbstbestimmung und Lebensqualität.

PodcastE

Hormongesteuert

Dr. Katrin Schaudig · laufend

Der Wechseljahre-Podcast von Dr. Katrin Schaudig, Gynäkologin und Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft. Fundiert, nahbar und immer auf dem neuesten Stand der Forschung — von Hormonen über typische Beschwerden bis zu individuellen Behandlungswegen. Ideal für alle, die verlässliche Antworten auf Deutsch suchen.

PodcastE

Heiter bis wechselhaft

Nicole Benvenuti · ORF Vorarlberg

Der erfolgreiche Wechseljahre-Podcast von Radio Vorarlberg: Moderatorin Nicole Benvenuti bricht gemeinsam mit Ärztinnen, Fachleuten und mutigen Frauen das Tabu rund um die Menopause. Von Hormonen über Zykluswissen bis Libido und Brustgesundheit — persönlich, humorvoll und fundiert. Einer der meistgehörten Podcasts des ORF, der medizinisches Wissen mit echten Geschichten verbindet.

PodcastE

Meno an mich

Diana Helfrich & Julia Schmidt-Jortzig

Der Midlife-Podcast des Frauenmagazins BRIGITTE: Diana Helfrich (Apothekerin und Medizinjournalistin) und Julia Schmidt-Jortzig sprechen mit Fachleuten und starken Frauen über das Leben in der Lebensmitte. Von Wechseljahren und Gesundheit über Beziehungen und Finanzen bis zu Mode und Gesellschaft — offen, klug und unterstützend. Jeden Freitag eine neue Folge für Frauen mitten im Leben.

PodcastE

Menomio

Daniela Ullrich · Österreich

«Podcast für glückliche Wechseljahre»: Daniela Ullrich zeigt, wie sich die Menopause positiv und selbstbestimmt gestalten lässt. In ihrer österreichischen Plattform verbindet sie persönliche Erfahrung mit praktischem Wissen — nahbar, ermutigend und alltagstauglich. Für alle, die diese Lebensphase nicht durchleiden, sondern bewusst und gut gelaunt durchleben wollen.

PodcastE

50 über 50

Stephanie Hielscher · laufend

Für eine neue Kultur des Älterwerdens: Moderatorin Stephanie Hielscher trifft inspirierende Persönlichkeiten und führende Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Psychologie und Kultur. Es geht um Gesundheit, Beziehungen, Sinn und Wechseljahre — und darum, die zweite Lebenshälfte als eine der spannendsten Phasen zu begreifen. Ein Podcast, der dem Älterwerden mutig und neugierig begegnet.

WebsiteE

Institute for Women's Wellbeing at Work

IWWW · Winterthur (CH)

Schweizer Institut aus Winterthur, das Frauengesundheit strategisch in die Arbeitswelt bringt. Sarah Berni und Katharina Eggert verbinden Forschung, Trainings und Beratung zu Menopause, Zyklusgesundheit und weiblicher Führung. Für Unternehmen, die eine gesunde Kultur schaffen wollen — und für Frauen, die ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz stärken möchten.

WebsiteE

Deutsche Menopause Gesellschaft

Für Interessierte · Deutschland

Die medizinische Fachgesellschaft für die Wechseljahre — im Bereich «Für Interessierte» verständlich aufbereitet für Frauen und Laien. Von fundierten Infos zu Symptomen und Behandlung über das Video-Archiv «Wissen macht cool» bis zu kostenlosen Veranstaltungen und kuratierten Linktipps. Verlässliches Wissen aus erster Hand — von der Gesellschaft rund um Präsidentin Dr. Katrin Schaudig.

VideoE

Unhappy — Die Mitte des Lebens

Ronja von Rönne · ARTE-Doku

Warum fühlen sich so viele Menschen in der Lebensmitte unglücklich — und wie findet man neu zum Glück? Moderatorin Ronja von Rönne begibt sich auf die Suche und spricht mit Betroffenen und Fachleuten über die vielzitierte Kurve des Glücks, die in der Lebensmitte ihren Tiefpunkt erreicht. Ein ehrlicher, kluger Blick auf Krise, Sinnsuche und den Aufbruch in die zweite Lebenshälfte.

BuchE

Mitte des Lebens

Barbara Bleisch · 2024

Dem Klischee der «Midlife-Crisis» setzt die Schweizer Philosophin Barbara Bleisch eine Philosophie der Lebensmitte entgegen. Klug und alltagsnah denkt sie über Lebenserfahrung, Leichtigkeit und Gelassenheit nach — und über die grossen existenziellen Fragen dieser Jahre. Ein Plädoyer dafür, die Mitte des Lebens als die vielleicht beste Zeit zu begreifen.

Bereit, deine Reise zu starten?

My Journey ist dein persönlicher Bereich — hier hältst du deine Vision fest, verfolgst deinen Prozess und arbeitest Schritt für Schritt an dem, was dir wirklich wichtig ist.